Dr. Lothar Wolf
Metapher vom 'Rosa Tütchen'
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Emotionscode - Emotionale Freiheit
Metapher vom 'Rosa Tütchen'

Das rosa Tütchen

Als ich eines Tages, wie immer traurig, durch den Park schlenderte
und mich auf einer Parkbank niederließ, um über alles nachzudenken,
was in meinem Leben schief läuft,
setzte sich ein fröhliches kleines Mädchen zu mir.

Sie spürte meine Stimmung und fragte: "Warum bist Du so traurig?"
"Ach," sagte ich "ich habe keine Freude im Leben.
Alle sind gegen mich. Alles läuft schief.
Ich habe kein Glück und weiß nicht, wie es weiter gehen soll."

"Hm", meinte das Mädchen, "wo hast Du denn Dein rosa Tütchen?
Zeig es mir mal! Ich möchte da einmal hineinschauen."
"Was für ein rosa Tütchen?" fragte ich sie verwundert.
"Ich habe nur ein schwarzes Tütchen!"
Wortlos reichte ich es ihr. Vorsichtig öffnete sie mit ihren
zarten kleinen Fingern den Verschluss
und sah in mein schwarzes Tütchen hinein.

Ich bemerkte, wie sie erschrak.
"Es ist ja voller Albträume, voller Unglück und schlimmer Erlebnisse!"
"Was soll ich machen? Es ist eben so! Daran kann ich doch nichts ändern!"

"Hier nimm!" meinte das Mädchen und reichte mir ihr rosa Tütchen
"Sieh hinein!"

Mit etwas zitternden Händen öffnete ich das rosa Tütchen
und konnte sehen, dass es voll war mit Erinnerungen
an schöne Momente des Lebens.
Und das, obwohl das Mädchen noch jung an Menschenjahren war.

"Wo ist Dein schwarzes Tütchen?" fragte ich neugierig.
"Das werfe ich jede Woche in den Müll
und kümmere mich nicht weiter darum." sagte sie.

"Für mich besteht der Sinn des Lebens darin,
mein rosa Tütchen im Laufe des Lebens voll zu bekommen.
Da stopfe ich so viel wie möglich hinein. Und wenn ich Lust dazu habe,
oder ich beginne traurig zu werden, dann öffne ich mein rosa Tütchen
und schaue hinein. Dann geht es mir sofort wieder besser!

Wenn ich einmal alt bin und mein Ende naht,
dann habe ich noch immer mein rosa Tütchen.
Es wird voll sein, bis oben hin und ich kann sagen,
ja, ich hatte etwas vom Leben.
Mein Leben hatte einen Sinn!"

Noch während ich verwundert über ihre Worte nachdachte,
gab sie mir einen Kuss auf die Wange und war verschwunden.

Neben mir auf der Bank lag ein rosa Tütchen.
Ich öffnete es zaghaft und warf einen Blick hinein.
Es war fast leer, bis auf einen kleinen zärtlichen Kuss,
den ich von dem Mädchen auf der Parkbank bekommen hatte.
Bei dem Gedanken daran musste ich schmunzeln
und mir wurde warm ums Herz.

Glücklich machte ich mich auf den Heimweg, nicht vergessend,
am nächsten Papierkorb, mich meines schwarzen Tütchens zu entledigen!

 

unbekannter Autor



Sie können es sich so vorstellen, dass die eingeschlossenen Emotionen dem
'schwarzen Tütchen' entsprechen und dieses Tütchen durch die Behandlung leerer und leerer wird!
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